IAXNBRUAD

von CHRISTIAN SUCHY

Aufgrund der besonderen Arbeitsweise des Regisseurs Christian Suchy ist bei diesem Projekt der Entstehungsprozess des Stücks besonders interessant: Durch körperliches Training lässt Suchy die Schauspieler eigene sogenannte Personagen entwickeln, die dann durch ihn in einen Handlungszusammenhang gebracht werden. So entsteht eine Geschichte, im Falle von „Iaxnbruad“ eine zutiefst österreichische Geschichte, die humorvoll in die Abgründe der österreichischen Seele führt. Um einen persönlichen Eindruck von Christian Suchys spezieller Arbeitsmethode zu bekommen, bieten wir die Möglichkeit, einen Workshop des Regisseurs zu besuchen (siehe Trainingspaket ). Für eine sinnvolle Vermittlung seines Ansatzes ist dafür ein zumindest vierstündiges Training angestrebt.

Der Regisseur
Christian Suchy arbeitete zunächst 10 Jahre lang als Volksschul- und Sonderschullehrer bevor er eine Tanz-, Gesangs- und Schauspielausbildung absolvierte. Seine Solokarriere startete er als Wienerlieder- und “gschdanzlsänga” (des suchy-drio). Christian Suchy arbeitete sowohl als künstlerischer als auch als pädagogischer Berater in Wien, Linz und an der Akademie in Zagreb. Er ist international arbeitender Regisseur und Trainer.

Interviewauszug zur Arbeitsmethode Suchy
Phase eins ist Körpertraining. Ziele dieses Körpertrainings sind einerseits eine Erweiterung der Möglichkeiten des Körpers, also Dehnung, Lockerung, Kräftigung, sodass der Körper, also das Instrument, einfach mehr kann, und das zweite wichtige Ziel dieses Trainings ist das Arbeiten an der sogenannten Neutralität des Körpers. Was in diesem Prozess passiert, ist, dass der eigene private Ausdruck eines Körpers einerseits reduziert und andererseits bewusst gemacht wird. Und in dieser Neutralisierung geschieht eine Reduzierung, das heißt die Körper werden neutraler, senkrechter, gerader, scheinbar ausdrucksloser. Aus dem heraus passiert dann die Phase 2, wo ich durch verschiedene Zugänge, Übungen und Methoden eine bewusste Veränderung des Körpers erziele. Und das ist im Prinzip die Definition der Personage. Eine physische Verwandlung des Körpers. Eine wichtige zweite Definition ist, dass die Personage an sich stückunabhängig ist. Das heißt ich kann eine Personage, wenn sie entstanden ist, in einen Kontext einfügen – Shakespeare etc. – oder ich lasse diese Personagen, und das ist unser Modell für “Iaxnbruad”, wenn sie entstanden sind, ihre Geschichten prägen. Und das ist der Unterschied zur klassischen Improvisation, dass man eben nicht mit seinem eigenen Körper oder mit einer momentanen Interpretation oder Zuordnung improvisiert, sondern der Spieler/die Spielerin interpretiert in der Konsequenz der Personage.