Jänner

zurück zu allen Magazinen

ROHBAU 1 / ZUKUNFT. DIE WERKTAGE-SCHAU

Meine Zukunft ist mir wichtig oder unsere Zukunft ist mir wichtig?
Klimawandel, Terroranschlag, Ufos, Fliegende Autos, Roboter. Der Reality Bites-Winona Ryder-Super Becher. Familie, Kinder, Altersheim, Krebs, Sterbehilfe, Alleinsein. Sorge Dich nicht lebe? Carpe Diem? Viel Geld oder wenig Geld verdienen? Wirtschaftskrise. Bankencrash. Crash, Crash, Crash. Gentechnik. Endlich Nichtraucher. Burn Out. Teleportieren. Facebook. Red Bull. Auswandern. Oder doch einfrieren lassen?
(Joana Praml über Zukunft)

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Ihren alten Körper gegen einen neuen Ihrer Wahl einzutauschen, würden Sie das tun? (Interviewfrage „Die Nacht ist jung“)

tut mir leid, ich kann jetzt nicht mit dir über die zukunft sprechen. das kann ich nur mit meiner bank. das hat nichts mit dir zu tun! es ist nur so: wir wissen ja nicht genau, was passieren wird! es kann ja so unglaublich schnell gehen, und dann bist du weg oder krank oder tot oder wir befinden uns auf einmal in ganz unterschiedlichen… haushalten, und meine bank wird aber immer da sein. (johannes schrettle)

„Wir können uns die Zukunft immer nur als Apokalypse, Konsumhölle oder absurden Comic-Strip vorstellen. Wenn wir aber einmal dort sind, wird sie sich als ganz normaler Ort zum lieben, heiraten, autofahren und Kinderkriegen erweisen.“ (Matthias Horx)

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Václav Havel)

junior: die welt hat sich gewandelt. keine mieter wirds mehr geben. die in vorgärten herumlungern und miete schulden. familienbande et cetera. alles weg weg weg. nur noch lösungen. hanussen incorporated. sie können ihren auszug nicht ewig rauszögern. hier noch verabschieden. da mal in die falsche richtung. hell erstrahlt die stadt im licht der neuen zeit. abgerissen all die unrentablen bunker voll von mietern die nicht zahlen können et cetera. kapital vernichten. zahlungsunfähige mietlinge: abgeschafft. nur noch kaufkraft. eigentum. verplichtung et cetera. entscheidungen. die mehrwert schaffen. die basieren. auf dieser vision. einer welt. die leuchtet. in der es sich lohnt. ziele zu verfolgen. umzusetzen und zu atmen. weil sie frei sein wird. diese zeit. von kumpanei. von absprachen. familienbetrieben et cetera. frei von moral. weg mit mittelstand. weg mit mittelmaß et cetera pp. damit wir endlich frei sind. hanussen incorporated. sehn sies? licht?
(Zitat aus „Palastica“ von Carsten Brandau)

ich finde, theater hat immer damit zu tun, ob und wie menschen miteinander zusammenhängen, ob es da noch was anderes gibt, außer dass sie sich halt begegnen wie einkaufssackerl. deswegen hat das theater keine zukunft, außer dass es natürlich immer existieren wird, wahrscheinlich länger als die banken, obwohl meine bankberaterin es besser finden würde, wenn ich an meine zukunft denken würde, statt theater zu machen. ich werde deswegen irgendwann in zukunft mit ihr schluss machen. (johannes Schrettle)

Einstein sagt: Ich sorge mich nie um die Zukunft. Sie kommt früh genug. Ich bin nicht so schnell und stelle fest: Verdammt, sie ist schon da. (Katja Lehmann)

„Sie sind doch mit der modernen Kultur unzufrieden, nicht wahr?
Bei uns haben Sie vor Zukunftsorgen und dem Ärger der Gegenwart ein für allemal Ihre Ruhe. Alles ist auf ein möglichst durchgeistigtes, rückwärtsgewandtes Leben angelegt.
Wir hegen tiefen Widerwillen gegen alles Fortschrittliche.“
(Franz Gautsch in „Die andere Seite“)

Zukunft is Moor!? (Arbeitstitel)
Schwimme, wer schwimmen kann. Wer zu plump ist, geh unter. (Die Räuber)
Die Welt lebt, um traurig wieder zu sterben. (Die Räuber)

Er sagte: „Sie können also nicht mehr gut hören, und der Rücken tut Ihnen weh. Ich fürchte, Ihr Körper wird nicht aufhören Sie an Ihr leidiges Leben zu erinnern. Wollen Sie nicht etwas dagegen tun?“
„Bei so einem alten Wrack?“, fragte ich. „Gern. Und was?“
„Wie wär`s, wenn Sie ihn eintauschen und sich etwas Neues suchen?“
Es war ein Angebot, zu dem ich weder nein noch ja sagen konnte. Ich wusste nur, dass es sich dabei nicht gerade um eine Lappalie handelte.
(Hanif Kureishi „In fremder Haut“)