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„Der Process“ ist das erste umfangreiche Werk Kafkas, das Max Brod aus dem nachlass herausgab (Verlag Die Schmiede, Berlin 1925). Zuvor war aus dem Roman lediglich die ›Türhüter-Legende‹ bekannt geworden (Vor dem Gesetz, 1915).
Die Handschrift wirft außergewöhnliche editorische Probleme auf. Denn Kafka hat zwar die Manuskriptblätter zu Kapiteln gebündelt, jedoch die Reihenfolge dieser Kapitel nirgendwo definiert. Die Festlegung einer plausiblen Reihenfolge bleibt demnach Sache des herausgebers — ein beliebtes Spielfeld der Kafka-Philologie. Außerdem gibt es eine Reihe unvollendeter Kapitel, bei denen nicht immer klar zu erkennen ist, wo ihr ort im Kontext des vollendeten „Process“ gewesen wäre; ja, es gibt sogar Kapitel, bei denen unklar ist, ob Kafka sie weiterführen wollte. (Ganz zu schweigen davon, dass Kafka möglicherweise auch zwischen die vollendeten Kapitel noch weitere Kapitel eingeschoben hätte.)
Die von Malcolm Pasley herausgegebene Kritische Ausgabe des Romans, die 1990 im S.Fischer Verlag erschien, bietet einen Kompromiss: Diejenigen Kapitel, die eindeutig fragmentarisch sind …

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