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Galileo-Projekt (AT)

Von Gernot Plass

Vorstellungsdauer
keine Pause

Uraufführung

Premiere: Sa. 13. März 2021, 20.00

Termine und Infos

Spielplan

  • Premiere

Über Galileo-Projekt (AT)

Am Anfang der neuzeitlichen Wissenschaftsgeschichte stand ein Lockdown.

Unsere Gegenwart ist geprägt vom erbitterten Kampf um Welterzählungen – ob auf den Feldern der Geschichte, der Klimaforschung, der Geopolitik oder der Evolution. Oftmals sind diese Erzählungen und Positionen obskur und sehr leicht durch vernünftige Argumentation zu entkräften. In manchen anderen Fällen eröffnen sie aus den gleichen theoretischen Überlegungen eine verbotene, weil von der Meinung der Herrschenden abweichende Ideologiekritik. Die Positionen sind mitunter militant. Man sondert sich in die eigenen Echoräume ab und lässt anderslautendes nicht mehr zu.

Galileo Galilei ist eine der bekanntesten historischen Figuren, deren Leben vom Streit um das richtige „Weltbild“ geprägt war. Er legte mit seiner Forschungsarbeit den Grundstein für die moderne Physik und Mathematik und riskierte damit sogar sein Leben. Ob die Erde um die Sonne sich drehe oder die Sonne um die Erde, das war gewiss zu seiner Zeit noch nicht wissenschaftlich überprüfbar, ein Gegenstand der Auslegung, welche wiederum radikale Auswirkungen auf die Situation des Menschen und die Machtinteressen der herrschenden Eliten hatte.

Dieser „Fall Galilei“ ist Ausgangspunkt eines Theaterprojekts, der einen Menschen, einen Theoretiker, einen Forscher ins Zentrum rückt, der gegen die herrschende Lehrmeinung recht hat und dessen Überzeugungen ihn nicht nur gesellschaftlich ächten, sondern ihn auch an den Rand seiner Existenz führen. Die „verdammte Lehre“ von der doppelten Bewegung der Erde wäre heute als eine sogenannte „Verschwörungstheorie“ abqualifiziert worden – eine Vokabel, mit der man in der Gegenwart anderslautende kritische Meinung gut ersticken kann. Gerade einer der Begründer des rationalen wissenschaftlichen Denkens am Beginn der Neuzeit sah sich isoliert und angefeindet – nicht wegen seiner Ergebnisse und Beobachtungen, sondern wegen seiner Methode: zu zweifeln.

Gernot Plass versucht mit diesem Text, eine Problematik zu beleuchten, die heute aufgeklärte und rationale Auseinandersetzung oftmals vergiftet und verunmöglicht. Man ist für freie Meinungsäußerung, solange man die geäußerte Meinung gutheißt. Alles andere ist verdächtig oder einfach nur lächerlich. Aber ist es in einer gesunden demokratischen Öffentlichkeit nicht gerade die kritische Minderheitenmeinung, die, auch wenn sie falsch und abstoßend ist (oder erscheint), ein Recht auf Auseinandersetzung hat?

Team

Es spielen
Ausstattung
Alexandra Burgstaller
Bühnentechnik
Hans Egger, Andreas Nehr
Lichttechnik
Katja Thührriegl
Musik
Dr. Plass
Regie
Gernot Plass
Regieassistenz
Renate Vavera
Text
Gernot Plass
Ton
Peter Hirsch

Foto-Galerie

Für die Presse

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