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Ein bescheidenerer Vorschlag

Von Hannelore Schmid und Thomas Toppler

Eine Produktion in Kooperation mit dem TAG

Uraufführung

Premiere: Do. 17. März 2022, 20.00

Termine und Infos

Spielplan

  • Premiere

Über Ein bescheidenerer Vorschlag

„Wenn du den Leuten die Wahrheit sagen willst, bring sie zum Lachen, sonst werden sie dich töten.“
Oscar Wilde

Vorurteile und Intoleranz: Unsere Gesellschaft verteufelt nichts lieber und öfter. Doch macht so manch ein Korrekter seine Rechnung nicht mit den tieferen Unterströmungen der menschlichen Natur und ihren Urbildern – den Archetypen. Entfernt verwandt den „alten Göttern“. Launisch, unberechenbar. In jedem Falle inkorrekt und zumeist stärker und tiefer sind sie mehr in unseren Eingeweiden verwurzelt als Bildung und Rechtssystem in unseren Köpfen. Seltsames Gelichter: Vagabund*innen, Obdachlose und sexuell nicht leicht bestimmbare Personen werden daher ausgestoßen, gefürchtet und, ja, auch gehasst an den Außenrand der Gesellschaft gedrängt. Oder doch zumindest aus dem Blickfeld. Immer noch.

Der Begriff „Bouffon“ bezeichnete im Mittelalter Menschen, die körperlich oder geistig von der Norm abwichen. Auf den Jahrmarktsbühnen wurden sie verlacht. Durch ihr Erscheinungsbild – bucklig, fehlende Gliedmaßen, Dreck im Gesicht – wird jede Gestik des Bouffons zur Parodie. Gleichzeitig und verdreht sieht das Publikum sich selbst im Zerrspiegel. Als unterstes Glied der Gesellschaft ergreift der Bouffon das Recht, tabulos sich über alles und jeden lustig zu machen. Ist der Ruf erst ruiniert...

Auf der Grundlage der Satire „Ein bescheidener Vorschlag“ von Jonathan Swift von 1792, in dem er als Lösung für die Überbevölkerung und den Hunger in Irland vorschlägt, Kinder von Armen als Nahrungsmittel zu nutzen, hinterfragen Thomas Toppler und Hannelore Schmid mit ihrem Projekt unsere heutigen moralischen Grenzen mithilfe der „Methode Bouffontheater“. Die Bouffons stehen in dieser Versuchsanordnung vor Gericht. Das Theater wird also zum Gerichtssaal, in dem die Bouffons die Angeklagten sind und das Publikum als Geschworene und Richter*innen fungiert. Die Bouffons eröffnen dabei einen rechtlosen Raum, in dem die Regeln der Political Correctness nicht gelten und das Publikum ohne moralische Vorgabe die eigene Wertvorstellung auf ihr Fundament hin überprüfen kann. Wortwörtlich: Ein Heiden-Spaß.

Team

Es spielen
  • N.N.
Text
Ensemble, Hannelore Schmid
Konzept
Thomas Toppler
Regie
Thomas Toppler
Bühnenbild
Michael Strasser
Kostüme
Eva-Maria Mayer
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