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Ein bescheidenerer Vorschlag

Von Hannelore Schmid und Thomas Toppler

Eine Produktion von HERMINENTHEATER in Kooperation mit dem TAG

Uraufführung

Premiere: Mo. 21. März 2022, 20.00

Hier geht's zur Crowdfunding-Kampagne des HERMINENTHEATER

Termine und Infos

Spielplan

  • Premiere

Über Ein bescheidenerer Vorschlag

„Wenn du den Leuten die Wahrheit sagen willst, bring sie zum Lachen, sonst werden sie dich töten.“ Oscar Wilde

Bucklig, dreckig, mit fehlenden Gliedmaßen treten die Bouffons auf die Bühne und wollen geliebt werden. Sie beginnen ein Spiel, bei dem alles erlaubt ist – oder auch nicht …

Als Bouffon bezeichnete man im Mittelalter Menschen, die körperlich oder geistig von der Norm abwichen. Auf den Jahrmarktsbühnen wurden sie verlacht. Heute verteufeln wir Vorurteile und Intoleranz, aber immer noch drängen wir, von Archetypen gesteuert, anders Denkende, Fühlende und Aussehende ins Abseits. Durch sein Erscheinungsbild wird jede Gestik des Bouffons zur Parodie, er hält dem Publikum einen Zerrspiegel vor. Als unterstes Glied der Gesellschaft ergreift er das Recht, sich tabulos über alle lustig zu machen – im Bewusstsein, dass jeder Schritt Vertreibung bedeuten kann.

Die Theatertruppe der Bouffons ist mit ihrem Shakespeare-Programm ins TAG eingeladen. Und frei nach der Satire „Ein bescheidener Vorschlag“ von Jonathan Swift von 1729, in dem er als Lösung für die Überbevölkerung und den Hunger in Irland vorschlägt, Kinder von Armen als Nahrungsmittel zu nutzen, unterbreiten die Bouffons einen noch bescheideneren Vorschlag. Zugleich gibt es gruppenintern Probleme. Ein Mitglied ist nichtösterreichischer Herkunft und durchläuft das Asylverfahren. Dabei begegnet der Bouffon mit Migrationshintergrund Vertreter*innen der vier Staatsgewalten und erfährt Tugenden und Tücken des Rechtsstaates am eigenen Leib. Ihr bescheidenerer Vorschlag hat der Kompanie eine Anklage eingebracht, doch bis zur Urteilsverkündung muss das Unterhaltungsprogramm weitergehen. Die Bouffons garantieren Shakespeare-Szenen vom Feinsten!

In ihrem Stück hinterfragen Thomas Toppler und Hannelore Schmid moralische Grenzen. Die Bouffons eröffnen einen rechtlosen Raum, in dem die Regeln der Political Correctness nicht gelten und das Publikum eigene Wertvorstellungen auf ihr Fundament hin überprüfen kann. Aber Vorsicht! Die Gunst der Anwesenden darf nicht verloren werden.

Foto-Galerie

Kritiken

“Im Stück (…) wird Shakespeare verblödelt, gibt es einen herrlichen Beamten-Sketch (…) und ist auch Platz für eine tieftraurige, grell komische Sterbeszene eines Migranten, der an der Integration erstickt. Das Ensemble (…) spielt und singt einfach großartig. Vieles ist, dem Konzept entsprechend, sehr derb, zwischendurch gehen sich aber sogar subtile Anspielungen aus. (…) Ein großer, derber Spaß!”
Kurier
“Dem Herminentheater (Hannelore Schmid, Thomas Toppler) ist kein Schmäh zu deppert. Dennoch funktioniert das Stück „Ein bescheidenerer Vorschlag“, weil das Ensemble es mit perfektem Timing umsetzt. (…) Fans böser österreichischer Satire à la Qualtinger sei bescheiden vorgeschlagen hinzugehen.”
Falter
“Die Masterminds Hannelore Schmid und Thomas Toppler haben gemeinsam mit dem Ensemble des Herminentheaters den von Swift abgespielten Ball angenommen und für das TAG zu einem schrägen Abend mit launiger Gesellschaftskritik eingenetzt. Verkleidet als Bouffons, einfach übersetzt als Narren, in ihrem Fall als originelle Sandler, besser noch als zur Witzigkeit entstellte Kreaturen, fetzen sie ihr Unbehagen an einer sie umgebenden Menschheit in ein begeistertes Publikum. (…) Die Texte sind ein Feuerwerk an bissigen Formulierungen und schwungvollen Chansons, mit denen Peter Bocek, Thomas Toppler, Ambra Berger und Ida Golda zur swingenden Begleitung von Kristóf Szimán mit Hundehütte ihren moralisch verkommenen Zeitgenossen ins Gewissen reden.”
Kultur und Wein
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