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Herbstfest auf dem Lande

Ein Familiengeheimnis in zwei Teilen

Eine Produktion des Theater im Bahnhof Graz

Gastspiel

Termine und Infos

Spielplan

Über Herbstfest auf dem Lande

Das Theater im Bahnhof Graz beschäftigt sich in dieser Produktion mit dem familiären Unbehagen und setzt eine österreichische Familie ins Zentrum. Wir betrachten sie von zwei Seiten: Im ersten Teil des Abends können die Zuschauer*innen miterleben, wie das Ensemble das Hörspiel HERBSTFEST AUF DEM LANDE aufzeichnet, das im zweiten Teil als Soundgrundlage für eine choreographische Arbeit dient, die ganz ohne Worte auskommt.

Das TiB gehört einer Generation an, in deren Kindheit zumeist das Rollenverständnis von „Vater, Mutter, Kind“ noch unhinterfragt gelebt wurde. So reflektiert die Produktion das patriarchale Verständnis von Familie in der Wohlstandsgesellschaft, in der der Vater das uneingeschränkte Familienoberhaupt ist, der mit starker Hand – oft durchaus im Wortsinn – herrschte.

Der Vater kommt in HERBSTFEST AUF DEM LANDE allerdings nicht zu Wort. Wir erzählen vielmehr die Geschichte von vier Geschwistern, die den 80. Geburtstag des Vaters organisieren und dafür eine WhatsApp-Gruppe gründen. Im Zuge der Vorbereitungen treten Dinge aus der Vergangenheit zu Tage, die von Verletzungen erzählen; und die eigentlich in der offiziellen Geschichtsschreibung der Familie nicht vorkommen. Der Text nimmt sich neben der stilistischen Untersuchung von WhatsApp-Nachrichten erzählerische Anleihen bei Adalbert Stifters Naturbeschreibungen ebenso wie bei seinem konservativen, restaurativen Familienbild. Das Biedermeier ist zurück bzw. war es jemals wirklich überwunden?

HERBSTFEST AUF DEM LANDE erzählt von großer Verbundenheit bei gleichzeitig großer innerer Distanz. Oder umgekehrt. Und wie wir uns in der Familie in unserer existentiellen Einsamkeit gegenseitig beschützen können.

Team

Es spielen
Text
Ensemble, Monika Klengel
Konzept
Monika Klengel, Frans Poelstra
Regie
Monika Klengel, Frans Poelstra
Ausstattung
Helene Thümmel
Sounddesign und Technik
Moke Rudolf-Klengel
Lichtdesign
Martin Schneebacher
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